High Fidelity News (Polen), Jan. 2026

The Big Creek Slim Band "Real to Reel"

Das Album wurde äußerst intim aufgenommen: warm, einnehmend, nah. Es ist weder weichgespült noch detailarm – und wirkt dennoch als vollständiges, organisches Ganzes. Das zeigt bereits der Opener „Kokomo“. Die Aufnahme ist so „wahrhaftig“, dass man die Musiker fast vor sich sieht – zumal man sich die Situation anhand der Fotos gut vorstellen kann.

Zwischen den Stücken bleiben Applaus, aber auch Stille. Und diese Stille hat etwas, das einen dazu bringt, lauter zu drehen, bis der Sound wirklich groß wird. Diese Produktion lässt das zu, weil sie außergewöhnlich natürlich ist – als säße man in einem realen Raum, nicht direkt vor der Band, aber angenehm nah.

In der Klangfarbe von Stimme und Instrumenten gibt es keine Schärfe, keine grelle Helligkeit – und trotzdem ist es offen. Offen auf diese besondere Weise, die man mit analogem Band verbindet: ein wenig „schmutzig“, nicht so klinisch klar wie beste Digitalformate (z. B. DSD), und im Bass nicht überbetont – vermutlich genau so beabsichtigt.

Der Kontrabass erscheint vor allem über den Korpus, weniger über Attack und langes Ausschwingen. Selbst wenn – wie bei „Stray Dog Blues“ – ein längerer, dunkler Hall über dem Ganzen liegt, bleiben eher die „Herzen“ der Töne präsent als deren „Schwänze“. Der Bass wirkt weniger punktförmig als vielmehr voluminös, „hölzern“ – und gerade dadurch sehr natürlich.

Auch die E-Gitarre ist hervorragend getroffen: leicht gedämpft, rauchig, im linken Kanal platziert – sehr „roots“. Sie legt den Rhythmus, drängt sich aber nicht auf. Selbst wenn sie ein Solo hat, etwa zu Beginn von „Pain“. Das ist der Track, bei dem ich richtig aufgedreht habe – weil Produktion (natürlicher Attack, tiefe Klangfarbe) und eine sehr leise Pressung das problemlos zulassen.

Die Ästhetik bleibt auch auf Seite B erhalten. Selbst im vergleichsweise schnelleren „Boogie in the Park“ dominiert der Mittenbereich – aber nicht künstlich „röhrig“, sondern natürlich, aus der Musik heraus. Das macht die Wiedergabe glaubwürdig. Dazu passt das sparsame, geschmackvolle Schlagzeugspiel mit Besen auf der Snare.

Es gibt Energie, Mikrodynamik und vor allem das Gefühl, an etwas Besonderem teilzunehmen. Das wird Ihnen gefallen – da bin ich sicher.

Klangqualität: 10/10

Text: WOJCIECH PACUŁA

Seit 2018

Copyright: 

Sounds of Subterrania, Gregor Samsa

Nürnberger
Nachrichten
15.9.2025

© Urheberrecht. Alle Rechte vorbehalten. 

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.